Welt | 22.09.2017
Flüchtlingsbewegung gestoppt? Die Statistik sagt etwas anderes
Balkanroute zu, Flüchtlingsbewegung gestoppt, Lage im Griff – so heißt es. Doch 2017 kamen bisher mehr Schutzsuchende nach Deutschland, als über die EU-Außengrenzen nach Italien und Griechenland einreisten. Wie kann das sein?
Die gängige Einschätzung der Zuwanderungssituation klingt ungefähr so: 2015 flohen extrem viele Menschen nach Deutschland, danach beruhigte sich die Lage, während die Küstenstaaten der Europäischen Union (EU), Griechenland und Italien, seither die Last der Flüchtlingsaufnahme für Europa schultern.
Diese Wahrnehmung deckt sich nicht mit den offiziellen Zahlen. Laut Bundesregierung kommen Monat für Monat konstant jeweils 15.000 Schutzsuchende nach Deutschland. Im laufenden Jahr wurde „ausweislich der Asylgesuch-Statistik“ von Januar bis August „ein Zugang von 123.878 Asylsuchenden nach Deutschland registriert“, wie es das Innenministerium in seinem aktuellen Asylbericht formuliert. „Im Monat August 2017 wurden 16.312 Asylsuchende in Deutschland registriert. Diese kamen vor allem aus Syrien, Irak und Afghanistan“, ist dort für jeden nachzulesen.
