Quelle: NZZ
«Ich glaube wieder an die Menschlichkeit»
Sie reisen an die mazedonisch-serbische Grenze, nach Griechenland oder sammeln in der Schweiz: Bürgerinnen und Bürger packen im Elend der Flüchtlingskrise mit an.
von Nadine Jürgensen
«Ich konnte die Bilder der Menschen in Not nicht mehr länger ertragen», sagt Zora Schaad, Mutter zweier Kleinkinder. Sie beschloss kurzerhand, selber etwas zu unternehmen. Dreimal bereits reiste sie in den vergangenen Monaten in die Krisengebiete, nach Ungarn, Serbien und nach Griechenland. Die Flüchtlinge warteten in Presevo, an der mazedonisch-serbischen Grenze, stundenlang in der Kälte auf ihre Papiere, erzählt sie. Schaad verteilte zusammen mit anderen Freiwilligen Kleider, Rettungsdecken und Tee, kaufte nahrhafte Lebensmittel im Supermarkt ein, weil es aus hygienischen Gründen verboten war zu kochen. Kleine Kinder, die in der Schweiz im Kinderwagen geschoben würden, marschierten kilometerweit. Viele litten unter Unterkühlung. «Mein Einsatz ändert nichts an der Flüchtlingskrise. Im Kleinen hat er sich aber gelohnt», sagt Zora Schaad. «An vielen Hotspots übernehmen Freiwillige die Hauptarbeit, und es fehlt an Strukturen. Ich wünschte, es würde professioneller und geordneter ablaufen.»
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