Über 6000 TeilnehmerInnen kamen am 13.10. zur Abschlussdemo in Berlin zusammen, und abgesehen vom Migrationsaktionstag im Rahmen des G-8 in Rostock 2007 gab es seit vielen Jahren keine vergleichbar große Demo für die Rechte der Flüchtlinge in Deutschland. Nur zwei Tage später, am 15.10., besetzten AktivistInnen von The Voice die nigerianische Botschaft, um gegen die Kollaboration bei Abschiebungen zu protestieren. Eine mutige Aktion, auf die von der Polizei äußerst repressiv reagiert wurde. Doch das Protestcamp der Flüchtlinge auf dem Oranienplatz in Berlin besteht weiter, auch als Diskussionsraum, um über Formen und nächste Ziele des selbstorganisierten Widerstandes zu beraten. Weiterlesen »
taz 29.10.2012
Flüchtlinge in Berlin
Eiskalte Schikanen
Kritik am Umgang mit Hungerstreikenden wächst. Opposition: „Unmenschliches Vorgehen“. Sozialsenator appelliert.von Konrad Litschko / Nikolai Schreiter
„Sie lassen sich immer was Neues einfallen“, stöhnt Hamid M. Der iranische Hungerstreikende blickt müde, er verschränkt die Arme vor dem dicken Anorak, spricht leise. „Die Polizei hat nur ein Ziel“, sagt der 29-Jährige. „Dass wir hier verschwinden.“
[Berlin] Refugee Protest Camp: VIDEO Solidarity Action in Lager Waßmannsdorf 27.10 Please spread this video beyond your communities and your neighbourhoods for the call to closedown the refugee lagers and camps!! In Solidarity we remain with protest camp in Berlin. VIDEO: http://vimeo.com/52344815 27. Oktober 2012. From the Refugee Protest Camp in Berlin Oranienplatz starts a solidarity action with the Refugees in the Lager Waßmannsdorf. The nazi aggression they suffered on October 9th added itself to isolation and daily fear of deportation the Refugees have to live with. We went there with the message: You are not alone. Join us on struggle!
Rassisten Stoppen – Solidarität mit Flüchtlingen!
„Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen: Darin liegt der Kern dessen, was wir zu sagen haben.“ In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 kam es zu gelenkten gewalttätigen Übergriffen gegen Jüdinnen und Juden, sowie zu Brandanschlägen auf Synagogen, Betstuben, jüdische Geschäfte, Wohnungen und Friedhöfe.
Etwa 400 Menschen wurden während der Novemberpogrome ermordet, ungefähr 30.000 in Konzentrationslager deportiert.
Diese Tage kennzeichneten den Übergang von Diskriminierung der jüdischen Bevölkerung zur systematischen Verfolgung und späterem Holocaust im Nationalsozialismus. 74 Jahre danach, am 9. November 2012 ruft der Landesverband der NPD in MV zu einem Fackelmarsch in Wolgast auf. – Das lassen wir nicht zu!
Vollständiger Text des Aufrufs:
„Flüchtlingsprotest in Berlin Polizei nimmt Demonstranten Decken und Iso-Matten weg
Vollständiger Text:
siehe auch Bericht vom 26.10.2012:
+++hunger striking asylum seekers in berlin+++ police attacked hunger striking asylum seekers + supporters just for holding on to the only warm covers we had (sleeping bags, blankets, matts)! they didn't even let us use carton to sit on! police kicked activists out of square infront of brandenburger tor at around 7:30am! +++3 refugees in hunger strike arrested!+++ our solidarity against their repression! +++demo start 10am brandenburger tor!+++ no justice - no peace spread the word! hunger striking asylum seekers in berlin info number: 01573 81 43 892 Am 26.10.2012 08:55, schrieb Mandana:
laut facebook wurden heute Nacht 2 supporter_innen und 1 refugee festgenommen! Von den anderen wurden/werden Personalien aufgenommen. ++3 people got arrested at Brandeburger Tor+++ At 1.45 a lot of police came to Brandenburger Tor. They told the hungerstriking refugees to put away their sleeping bags. The refugees are on hungerstrike since 24.10 (they only drink water). At 2:00 the police started to steal their sleeping bags and arrested 3 people. two activists and one refugee. the refugee is brought to a hospital by the police because his leg get injured. Right know there are 40 people at Brandenburger Tor. Even thought the police is away right know, there is the danger of new attacks. Share this and come around. ++3 Festnahmen am Brandenburger Tor+++ Gegen 01:45 fuhr viel Polizei am Brandenburger Tor auf. Die Polizei forderte die seit dem 24.10 hungerstreikenden Flüchtlinge (sie nehmen nur Wasser zu sich) dazu auf innerhalb vo n 10 Minuten die bis dahin geduldeten Decken und Schlafsäcke zu entfernen. Bereits am 24.10 baute die Polizei gegen 22 Uhr das Zelt am Brandenburgert Tor ab. Am 26.10 gegen 02:00 Uhr entriss die Polizei den ca.30 Anwesenden (davon 20 im hungerstreik) ihre Schlaf- und Wärmeutensilien. Dabei wurden 3 Personen verhaftet. Darunter 2 Aktivist_innen und 1 Flüchtling. Der Flüchtling befindet sich mit der Polizei wegen einer Verletzung am Bein/Fuss auf dem Weg ins Krankenhaus. Derzeit befinden sich ca. 40 Personen am Brandenburger Tor. Die Polizei hat sich wieder zurrückgezogen, weitere Angriffe sind aber leider nicht auszuschliesen. Teilt diesen Beitrag und kommt vorbei.
PRESSEMITTEILUNG: HUNGERSTREIKENDE ASYLSUCHENDE VERBRINGEN EINE WEITERE NACHT VOR DEM BRANDENBURGER TOR
Gestern 1 sind in Berlin 20 Geflüchtete in den Hungerstreik getreten. Als Ausweitung des Protestes am Oranienplatz haben sie dafür ein weiteres Zelt vor dem Brandenburger Tor errichtet. Das um ca. 16 Uhr aufgebaute Zelt am Pariser Platz wurde jedoch von der Polizei gegen 21:45 Uhr wieder entfernt. Die hungerstreikenden Flüchtlinge und einige Unterstützer_innen haben dennoch die anschließende Nacht ohne Schlafsäcke, Isomatte und Zelt verbracht und verharren nun weiterhin vor dem Brandenburger Tor im Rahmen einer angemeldeten Dauerkundgebung. Schlafen und jegliche Schlafutensilien sind jedoch weiterhin verboten. Die Hungerstreikenden sind dennoch gewillt, eine weitere Nacht vor Ort zu verbringen, und rufen alle Unterstützer_innen dazu auf, mit einem Schlafsack zum Brandenburger Tor zu kommen und die Nacht mit ihnen solidarisch auf der Straße zu verbringen.Unsere Forderungen sind weiterhin:
1) Abschaffung des Abschiebegesetzes 2) Anerkennung aller Asylsuchenden als politische Flüchtlinge 3) Abschaffung der Residenzpflicht 4) Abschaffung der Lager und Sammelunterkünfte für Flüchtlinge
Unsere aktuellen Erklärungen zur Situation finden Sie auf der Startseite unserer Webseite: www.refugeetentaction.net Aktuelle Informationen finden Sie außerdem auf Facebook: www.facebook.com/Refugeemarch Über Ihren Besuch vor Ort und anschließende Berichterstattung würden wir uns sehr freuen. Die hungerstreikenden Asylsuchenden in Berlin
Media Group/Medien-Gruppe +49 176 98 340 806 www.refugeetentaction.net
- 10.2012 ↩
Seit einer Woche harren 16 Flüchtlinge neben der Katharinenkirche in Frankfurts Mitte aus, um auf das Elend der deutschen Asylpolitik aufmerksam zu machen. Bis zum 11. November wollen sie trotz der Kälte bleiben.
Refugee Protest March – still on the move!
Videolink: http://youtu.be/-c1hsb09BMA
Weiterführende Infos:
http://www.refugeetentaction.net/
SOLIDARITÄT MIT DEN VON NAZIS ANGEGRIFFENEN ASYLSUCHENDEN IM LAGER WAßMANSDORF
Samstag, 27. Oktober 2012 // S-BHF Schönefeld // 12.00 Uhr
In Deutschland werden Asylsuchende in Lager gesteckt, schönredend „Heim“ genannt. Am Stadtrand von Berlin steht ein solches am Randes des kleinen Ortes Waßmannsdorf. Dort leben die Menschen in zwei heruntergekommenen Plattenbauten, in kleinen Zimmern mit einer Toilette für ein Haus, Küche und Dusche auf einem Flur, warmem Wasser nur am Morgen. Diese Häuser und ihre Bewohner_innen wurden zuletzt am 9.10.12 von Nazis angegriffen, die Steine und Flaschen in die Fenster warfen, Türen beschädigten und die Parole „Rostock ist überall“ hinterließen. Fünf Tage später trat der neue Fahrplan in Kraft, dank dessen die Haltestelle an dem Lager in den Abendstunden nicht angefahren wird. Dann, wenn es dunkel ist, sind die Bewohner_innen gezwungen, durch den verlassenen Ort zu laufen, um zu dem „Heim“ zu gelangen. So gehen ein Jahr nachdem der NSU (Nationalsozialistischer Untergrund) „entdeckt“ wurde, Nazis und Landkreis Hand in Hand.