Ich dachte, es interessiert vieleicht den einen oder anderen, was ich in drei Tagen in Istanbul so mitbekommen habe. Ganz kurz die Hintergründe: Die AKP von Erdogan;an ist seit über zehn Jahren Regierungspartei und hat bei den bisherigen drei Wahlen jedes Mal einen Stimmenzuwachs verzeichnen können, bei der letzten Wahl satte 47 % (!) der zählenden Stimmen. Da die Mindestgrenze (in Deutschland die „5%-Hürde“) mit 10 % relativ hoch liegt, kann man wohl davon ausgehen, dass der absolute Anteil so um die 30-35 % liegt. Aber das ist eine Schätzung. Jedenfalls ist in den zehn Jahren viel passiert: Die Türkei hat sich durch eine radikal neoliberale Wirtschaftspolitik (kennen wir ja auch spätestens seit Schröder sehr gut: Deregulierung, mehr Markt, privatisieren, privatisieren, flexible Arbeitskräfte schaffen …) in eine Art Wirtschaftswunderland verwandelt. Es wird überall investiert, was die Börsen weltweit sowie den einfachen Arbeitnehmer, den vor allem interessiert, ob er Brot und Miete bezahlen kann, sicherlich freut, die Folgen sind jedoch überall sichtbar: Naturzerstörung ohne Ende (wirklich in erschreckenden Ausmaßen), riesige Projekte (z.B. die größte Brücke ihrer Art über den Bosporus und den größten Flughafen der Welt in der Nähe von Istanbul). Weiterlesen »